Forensische Genetik

Auswertungsregeln


Die Auswertung erfolgt nach den einfachen Erbgesetzen: Die DNA-Merkmale des Kindes stammen je zur Hälfte von der leiblichen Mutter und vom leiblichen Vater.


Ausschluss von der Vaterschaft:

Ein Ausschluss liegt vor, wenn beim Kind in mindestens drei DNA-Systemen ein DNA-Merkmal nachgewiesen wird, das beim untersuchten Mann nicht vorhanden ist. Der untersuchte Mann ist in einem solchen Fall als leiblicher Vater mit Sicherheit ausgeschlossen..

Partei:MutterKind?Vater
DNA-Systeme:
D3S135814;1614;1716;18Ausschluss
TH016;86 (6;6)7;9.3Ausschluss
D21S1128;3030;3127;31
D18S5112;1515;1716Ausschluss


Sind nur eine oder zwei Ausschluss-Konstellationen zu beobachten, so muss der Frage nachgegangen werden, ob ein echter genetischer Ausschluss vorliegt oder ob Mutationen zu diesem Befund geführt haben.


Nichtausschluss von der Vaterschaft, positiver Vaterschaftsbeweis:

Ein Nichtausschluss liegt vor, wenn alle beim Kind bestimmten DNA-Merkmale lückenlos je zur Hälfte bei der leiblichen Mutter und beim leiblichen Vater nachgewiesen werden können.

Partei:MutterKind?Vater
DNA-Systeme:
D3S135814;1614;1717;18
TH016;86 (6;6)6;9.3
D21S1128;3030;3127;31
D18S5112;1515;1716;17


Im Falle eines Nichtausschlusses muss die Vaterschaftswahrscheinlichkeit berechnet werden. Bei der Analyse von mindestens 15 DNA-Systemen liegt die resultierende Vaterschaftswahrscheinlichkeit immer über dem in den Richtlinien der Schweizerischen Gesellschaft für Rechtsmedizin (SGRM) für einen positiven Vaterschaftsbeweis geforderten Wert von >99.9 % (Vaterschaft praktisch erwiesen). Bei Untersuchung von Mutter, Kind und vermutetem Vater führen die DNA-Analysen somit immer zu einem rechtsgenügenden (gemäss Bundesgerichtsentscheid:
99.8 %) Ergebnis.