Start einer Kampagne zur Unterstützung von Gewaltbetroffenen durch den ADFN
Der Kanton Zürich hat eine Sensibilisierungskampagne zum Aufsuchenden Dienst Forensic Nurses (ADFN), der durch Institut für Rechtsmedizin der Universität Zürich erbracht wird, lanciert. Die Kampagne macht auf das niederschwellige Unterstützungsangebot für Betroffene von sexueller oder häuslicher Gewalt, deren Umfeld und medizinische Fachpersonen aufmerksam. Der Fokus liegt auf der professionellen Spurensicherung, die auch ohne Strafanzeige bei der Polizei möglich ist. Ziel ist es, die niederschwellige Unterstützung durch den ADFN bekannter zu machen.
Mit dem «Zürcher Modell» hat der Kanton Zürich ein niedrigschwelliges, jederzeit verfügbares Angebot für eine qualitativ hochwertige Betreuung von Betroffenen sexueller und häuslicher Gewalt geschaffen (vgl. Regierungsratsbeschluss Nr. 1320/2023). Die speziell geschulten Pflegefachpersonen beraten die Opfer, sichern gerichtsverwertbare Spuren und dokumentieren Verletzungen.
Fokus auf Spurensicherung
Um eine Retraumatisierung von Betroffenen zu vermeiden, verzichtet die Kampagne auf realistische Darstellungen von Gewalt. Stattdessen steht die Verletzungsdokumentation im Mittelpunkt – ein zentrales Arbeitsinstrument der forensisch geschulten Pflegefachpersonen. Die Darstellung zeigt, wie eine professionelle Spurensicherung helfen kann, ohne dass Betroffene sofort eine Strafanzeige erstatten müssen. Die Spurendokumentation samt den Asservaten wird bis zu 15 Jahre aufbewahrt. Dies gibt Betroffenen die Möglichkeit, sich Zeit zu nehmen, bevor sie eine Entscheidung über eine Strafanzeige treffen.
Die Kampagne wurde im Auftrag der Gesundheitsdirektion entwickelt und ist vom 11. Dezember 2025 bis
21. Januar 2026 im öffentlichen Verkehr in der Stadt Zürich sowie als Online-Ads zu sehen.